F30 - Verschiedenes

In diesem Kapitel habe ich alles Beachtenswerte über die F30 aufgelistet, was in die vorhergehenden Abschnitte nicht so gut passt. Das bedeutet aber nicht, dass es sich um unwichtige Punkte handelt - ganz im Gegenteil, wie schon das erste Thema zeigt.

Warnung vor dem Objektiv!

Eine der größten Gefahrenquellen für konventionelle Kameras ist das ungewollte Ausfahren des Objektivs. Es kann je nach Situation völlig unterschiedliche Schäden verursachen:

Leider hat Fuji bei der F30 ausgesprochen wenig getan, um das unabsichtliche Ausfahren des Objektivs zu unterbinden - ganz im Gegenteil: mir ist keine einzige andere Kamera bekannt, bei der es so leicht dazu kommt. Für den Fall, dass diesen Text einmal ein Fuji-Techniker zu lesen bekommt: so löblich die Idee auch ist, den schnellen Wechsel aus dem Wiedergabemodus in den Aufnahmemodus zu ermöglichen, um jede Schnappschussgelegenheit zu nutzen - es muss trotzdem möglich bleiben, das Objektiv im Wiedergabemodus zu sichern. Ich empfehle als ersten Schritt, den Wiedergabe-Knopf in das Modus-Rad zu verschieben und dafür aus der 'Motivschärfe' einen Knopf zu machen - das hilft beiden Einstellungen.

Bitte achten Sie auf die folgenden Eigenheiten der F30. Wenn Sie sie alle kennen, können Sie hoffentlich vermeiden, dass Ihnen ein Malheur passiert.

Der Text, der erscheint, wenn man im Wiedergabemodus den Wiedergabe-Knopf drückt, ist ein Schildbürgerstreich ersten Ranges. Es ist fast schon egal, was Fuji nach der nächsten Überarbeitung die Kamera als Reaktion darauf tun lässt - alles ist besser als dieses. Solange nichts Grundlegendes an der Bedienung verbessert wird, wäre meine Lieblings-Lösung übrigens, die Kamera in diesem Fall einfach abzuschalten - da geht wenigstens nichts kaputt.

Tonwidergabe

Man liest gelegentlich in Internet-Foren, die Tonwiedergabe (z.B. beim Abspielen von Videos) sei bei der F30 extrem leise. Das stimmt allerdings nur zum Teil.

Richtig ist, dass es sich empfiehlt, die Wiedergabelautstärke im Setup-Menü auf 'voll' zu stellen. Richtig ist aber auch, dass der Lautsprecher sich durchaus gegen die meisten Nebengeräusche durchsetzen kann - leider jedoch nur in der Richtung, in die er abstrahlt, und das ist nach unten. Also nicht dorthin, wo sich die Ohren beim Betrachten eines Videos befinden.

Abhilfe kann man schaffen, indem man die Kamera beim Betrachten von Videos komplett in die Hand legt, so dass Handrücken oder Finger in einem Winkel von 45° zum Kameraboden stehen und dadurch den Schall zum Betrachter reflektieren. Der Unterschied ist immens!

Das Display

Das Display der F30 ist groß, hell und schnell. Es hat damit im Prinzip alle Eigenschaften, die man von einem Sucher-Ersatz erwarten könnte und es ist also sehr sinnvoll, dass Fuji eben diesen Sucher weggelassen hat.

Ein paar Kleinigkeiten stören jedoch noch das ansonsten ausgezeichnete Bild. So ist die Winkelabhängigkeit des Displays deutlich spürbar, d.h. zum Zeigen von Bildern muss man die Kamera in der Regel aus der Hand geben - und dann vor dem ausfahrenden Objektiv warnen. Ferner gibt es den 'Helligkeits-Boost', der auf Knopfdruck das Display selbst in strahlender Sonne hell genug erscheinen lässt, leider nicht im Wiedergabemodus. Schließlich bringt eine hohe Bildwiederholungsfrequenz neben der etwas kürzeren Akku-Lebensdauer noch zwei andere Nachteile mit sich, die nicht im Handbuch stehen. Zum einen kann diese unter Röhrenlicht zu einem Flimmern führen, schon bei 60 Frames pro Sekunde, erst recht aber im High-Speed-Modus. Zum anderen wird die Bildanzeige bei halb gedrückter Auslösetaste sehr dunkel, wenn gleichzeitig eine hohe Bildwiederholrate und eine lange Belichtungszeit eingestellt sind. Im Nachtmodus führt das schnell dazu, dass nach dem halben Herunterdrücken praktisch nichts mehr zu erkennen ist. Ist das nun ein raffinierter Schutz vor einem überhitzten Chip, oder doch eher ein einfacher Softwarefehler? Ich tippe auf letzteres.

Ebenfalls in diese Rubrik gehört, dass die F30 Uhrzeiten nur im angelsächsischen Format anzeigen kann (1-12,AM/PM statt 0-23). Ich kann mich nicht mehr erinnern, wann ich zuletzt ein Gerät im deutschen Handel gesehen habe, dem dieser grobe Schnitzer unterlaufen ist.

Zoom bei der Wiedergabe

Das Zoomen im Wiedergabemodus geschieht etwas ungewöhnlich linear auf VGA-Basis. Das heißt: in jedem Zoom-Schritt werden 64x48 Pixel abgeschnitten bzw. angefügt, und es wird bis zu einer Auflösung von 640x480 Pixeln gezoomt.

Die exakte Auflösung des Displays ist mir leider nicht bekannt, aber sie dürfte etwa bei 560x420 Pixeln liegen. Es kann also nicht ganz bis 1:1 gezoomt werden; bei Bildern der Größe 0.3M ist sogar überhaupt kein Zoom möglich (denn 0.3M sind bereits 640x480 Pixel). Der Unterschied zu echtem 1:1 ist jedoch sehr niedrig; die maximale Zoom-Stufe reicht völlig aus, um die Qualität des Fotos zu beurteilen.

Durch das lineare Zoomen jeweils um dieselbe Pixelzahl (statt der Vergrößerung jeweils um denselben prozentualen Anteil) ist das Zoomen sehr langsam, solange fast das komplette Bild angezeigt wird. Bei 6M gibt es stolze 35 Zoom-Stufen. Um von Vollbild auf maximalen Zoom zu kommen, braucht man nicht weniger als 4 Sekunden. Den Weg zurück kann man aber mit der Ok- oder Back-Taste abkürzen.

Bildanzeige nach der Aufnahme

Nach jedem Foto zeigt die F30 das Ergebnis an, und zwar für 1,5 Sekunden, für 3 Sekunden, oder in gezoomter Form so lange, bis der Ok-Knopf oder halb der Auslöseknopf gedrückt wird.

Ganz abschalten lässt sich diese Vorschau zwar nicht, aber darüber soll man sich nicht grämen, auch wenn dies in Internet-Foren gelegentlich kritisiert wird. Wer schneller als alle drei Sekunden Fotos machen will, braucht ohnehin die Serienbildfunktion (in der es keine Vorschau gibt). Und wer mit Abständen von drei Sekunden und mehr einverstanden ist, sollte mit der 1,5-Sekunden-Vorschau kein Problem haben.

Ein echtes Ärgernis ist hingegen, dass die Bilder sich von der Vorschau aus nicht löschen lassen - wozu ist sie denn dann da? Und wo wir gerade beim Löschen sind: das Löschen von Bildern wird durch eine langwierige Animation unnötig in die Länge gezogen (die Animation dauert erheblich länger als das Löschen selbst). Ein wirklich sicherer Weg, Benutzer zu verärgern, vor allem wenn sie mehr als ein Bild löschen wollen!

Zu beachten ist, dass die beiden Modi 1,5s und 3s grundsätzlich vom dauerhaften Zoom verschieden sind. Die beiden ersten Modi zeigen nämlich das unbearbeitete Bild an, so wie es der Kamera-Sensor aufgenomen hat. Die dauerhafte Vorschau hingegen zeigt das Bild so, wie es abgespeichert wird, also als das Resultat der Kamera-internen Bildverarbeitung.

Diese Erkenntnis ist zum einen wichtig, um sich nicht über das Ergebnis der Vorschau zu erschrecken. Zum anderen kann man sie auch verwenden, um einiges über die Kamera zu erfahren. Zum Beispiel sieht man in der Vorschau das unbearbeitete und somit viel kräftigere Rauschen von ISO 3200. Und man kann im Weitwinkel sehr schön beobachten, wie erst die Bildverarbeitung die zunächst deutliche tonnenförmige Verzeichnung entfernt.

Beurteilen Sie also die hervorragenden Abbildungseigenschaften der F30 beim Test im Foto-Geschäft nicht anhand der Vorschau - Sie würden der F30 gewaltig Unrecht tun!

Schnittstellen

In etlichen Testberichten werden die Abdeckungen der F30 bemängelt, die zum Schutz von Schnittstellen, Akku und Speicherkarte dienen. Im Fall des Akkudeckels kann ich das nicht nachvollziehen. Er ist zwar aus Plastik statt aus Metall, macht aber einen sehr soliden Eindruck und lässt sich gut öffnen und schließen. Zu beachten ist hier lediglich, dass man beim Fotografieren die Kamera nicht durch den rechten Daumen von rechts unten stützen sollte, dann dadurch kann man den Deckel versehentlich öffnen. Das ist zwar nicht weiter tragisch, da Akku und Speicherkarte zusätzlich gegen das Herausfallen gesichert sind. Allerdings ist von dieser Haltung generell abzuraten, weil sie nicht stabil ist und leicht zu Verwackelungen führt. Halten Sie die Kamera stattdessen wie im Handbuch beschrieben.

Etwas anders sieht es im Fall der Schnittstellenabdeckung aus. Offensichtlich haben die Kamerahersteller in der Vergangenheit schlechte Erfahrung mit Minischarnieren für solche Abdeckungen gemacht und verwenden daher mittlerweile fast ausschließlich Gummiverschlüsse. So auch Fuji, wobei hier der Verbindungssteg des Verschlusses zur Kamera sehr klein ist, was einen ziemlich fragilen Eindruck hinterlässt. Ich meine allerdings, dass der täuscht. Wissen muss man (denn es steht leider nirgends), dass der Verbindungssteg keinesfalls zum Biegen gedacht ist, sondern sich ein Stück weit aus der Kamera herausziehen und später wieder hineinstecken lässt. Haben Sie also keine Angst: ziehen Sie den Steg heraus, beim ersten mal etwas vorsichtig, bis Sie das Prinzip verstanden haben. Versuchen Sie nicht, die Klappe einfach nur umzubiegen; das geht zwar auch, ist aber sehr unbequem und auf Dauer wohl auch weniger haltbar.

Disclaimer

Alles gesagte gilt für die Versionen 1.00 und 1.02 der Firmware der F30. Ich hoffe sehr, dass einmal ein Update mit einer verbesserten Firmware herauskommt, für die mancher Kritikpunkt dann nicht mehr zutrifft - zu rechnen ist leider eher nicht damit. Welche Firmware Sie haben, erfahren Sie, wenn Sie die Kamera bei gedrückter Disp-Taste einschalten (und die Aufforderung zum Update abbrechen). Bei diesem Vorgang muss eine xD-Karte eingelegt sein.

E N D E !

An dieser Stelle endet meine Gebrauchsanweisung für die Fujifilm F30. Ich danke für Ihre Geduld beim Durchlesen der manchmal etwas längeren Texte und wünsche viel Spaß beim Fotografieren!